background
logotype

Über Janusz Korczak

Wer war eigentlich Janusz Korczak?

Janusz Korczak lebte von 1878 bis 1942 in Warschau, Polen. Er war Schriftsteller, Kinderarzt und zuletzt Heimleiter eines jüdischen Waisenhauses. Korczak lebte ausschließlich für „seine“ Kinder, kämpfte für ihre Rechte und für ihr Überleben in einer Zeit, in der Polen jahrzehntelang durch Kriege und Unterdrückung, Massenarbeitslosigkeit und Hunger erschüttert wurde.

Für Korczak waren die Kinder die am stärksten benachteiligte Bevölkerungsgruppe,   mehr als alle anderen ausgebeutet und rechtlos. Sein Leben lang setzte er sich für sie ein, versuchte sie zu beschützen und ihnen ein Stück ihrer Kindheit zu bewahren.
Selbst als Polen vom nationalsozialistischen Deutschland besiegt und besetzt wurde, und die jüdische Bevölkerung in den großen Städten in Ghettos zusammengepfercht wurde, verließ Korczak seine Kinder nicht.

Obwohl ihm einflussreiche polnische Freunde immer wieder Fluchtmöglichkeiten für sich selbst anboten, blieb er bei ihnen. Im August 194wurden auch die Kinder des jüdischen Waisenhauses im Warschauer Ghetto ins Konzentrationslager nach Treblinka deportiert, wo sie zusammen mit Janusz Korczak in den Gaskammern umkamen.

Die Schüler der Janusz-Korczak-Schule entdeckten Janusz Korczak im Herbst 1992 im Geschichtsunterricht. In dieser Zeit flammten überall in Deutschland rechtsradikale Übergriffe auf ausländische Mitbürger und gegen jüdische Einrichtungen und Gedenkstätten auf. Auch in Überlingen wurden auf dem jüdischen Friedhof bei der Klosterkirche Birnau Grabstätten geschändet; einer unserer ausländischen Schüler wurde von Skinheads angegriffen. Die Parallelen zu den Ereignissen im nationalsozialistischen Deutschen Reich waren erschreckend, so dass die Auseinandersetzung mit den Themen „Rechte Gewalt“, Nationalsozialismus und Judenverfolgung im Dritten Reich auf breites Interesse unserer Kinder und Jugendlichen stieß.

Der Film „Sie sind frei, Dr. Korczak“, den wir im Unterricht zeigten, erschütterte unsere Schüler sehr. Sie zeigten sich tief beeindruckt von diesem Heimleiter, der für „seine Kinder“ bettelte, der für ihre Würde kämpfte und schließlich mit ihnen in den Tod ging.

Im Verlauf von Projekttagen setzten sich Schüler und Lehrer intensiv mit dem Leben und der Pädagogik Janusz Korczaks auseinander, entdeckten viele Parallelen in unserer pädagogischen Grundhaltung und beschlossen schließlich gemeinsam, der bis dahin noch namenlosen privaten Sonderschule für Erziehungshilfe am Kinder- und Jugendheim Linzgau noch in seinem 50. Todesjahr den Namen Janusz Korczaks zu geben.

2017  Linzgau - Kinder und Jugendheim e.V   Impressum